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Tipp vom Doc

Weg mit diesem Schlaf-Mythos

Das Thema Schlafen ist sehr komplex, deshalb werden wir uns dem Ganzen öfters einmal widmen. Heute also Teil zwei. Und dabei wollen wir mit einem Mythos aufräumen.

Jener Mythos hält sich leider sehr hartnäckig und er besagt, ein Kind müsse in einem gewissen Alter eine gewisse Schlafzeit haben. Achtung, Spoiler: Das ist totaler Mumpitz!

Das fängt schon im Säuglingsalter an. Da gibt es welche, die schlafen 18 Stunden und welche, die schlafen nur zehn Stunden. Und beides ist noch im normalen Bereich. Dann gibt es kleine Kinder mit drei Mittagschlafphasen, welche mit zwei, andere hören mit zwei Jahren ganz mit dem Mittagsschlaf auf - und manche fangen erst gar nicht damit an, einen zu machen. Und auch hier ist bei allen alles in Ordnung. Bei den Größeren ist es auch so, dass die Schlafdauer individuell ist.

Also, ganz locker bleiben und nicht die Stoppuhr benutzen. Ich sage den Eltern immer: Entscheidend ist, was hinten rauskommt. Sprich:

Wie geht es Ihrem Kind morgens? Kommt es aus dem Bett? Ist es fit? Ist es in Kindergarten/Schule agil und rege? Ist es tagsüber gut beieinander?

Falls Sie diese Fragen weitestgehend mit einem klaren „Ja" beantworten konnten, stimmt der Schlafhaushalt Ihres Kindes.

Aber grämen Sie sich nicht, wenn Sie das bisher falsch bewertet haben. Das ist mir selbst auch passiert. Eines meiner drei Kinder hat einen geringeren Schlafbedarf als die anderen beiden. Und es hat auch bei uns lange gebraucht, zu erkennen, dass dieses Kind einfach etwas später ins Bett muss, etwas weniger Schlaf benötigt und trotzdem sehr fit und ausgeglichen im Leben steht.

Deshalb lautet die heutige Botschaft: Lassen Sie sich keine Märchen erzählen oder sitzen Sie keinem Mythos auf. Entwickeln Sie selbst ein Gefühl für das Schlafbedürfnis Ihres Kindes. Und dann ersparen Sie sich die ein oder andere Sorge - oder sogar eine schlaflose Nacht.

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