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Tipp vom Doc

Kommt Polio zurück nach Deutschland?

Zuletzt gab es immer wieder Meldungen, dass in großen deutschen Städten im Abwasser vereinzelt Poliomyelitis-, also Kinderlähmungsviren gefunden wurden. Besteht Grund zur Sorge? Eine Einordnung.

Zunächst mal: Was im Abwasser gefunden wurde, waren keine sogenannten Wildtypen von Poliomyelitis-Viren, die gelten im Grunde bei uns als ausgestorben. Was man gefunden hat, waren abgeschwächte Erreger aus Impfstoffen. Dazu muss man wissen: Bei uns in Deutschland werden schon lange keine Impfstoffe mehr eingesetzt, bei denen die Geimpften anschließend Viren ausscheiden. Man muss also davon ausgehen, dass die gefundenen Viren von Impfstoffen stammen, die in anderen Teilen der Welt, z. B. in Afrika, noch häufig verwendet werden.

Rein theoretisch sind diese abgeschwächten Viren ansteckend, sodass bei einem nicht ausreichenden Impfschutz eine Ansteckung – rein theoretisch – möglich wäre, wenngleich sehr unwahrscheinlich. Und dann muss man auch noch wissen, dass es zum Glück nur in etwa jedem zweihundertsten Fall von Poliomyelitis-Infektionen wirklich zu dieser gefürchteten Lähmung kommt.

So kommt das Robert-Koch-Institut unterm Strich, Stand heute (Dezember 2024), zu dem Schluss, dass es keine erhöhte Gefährdungslage sieht.

Aber, und das ist die wichtigste Botschaft hier: Es ist extrem wichtig zu schauen, dass der Polio-Impfschutz bei allen gut und aufgefrischt ist – bei Kindern wie Erwachsenen, denn Kinderlähmung ist keine Kinderkrankheit, das können sehr wohl auch Erwachsene bekommen. Denn mit einem intakten Impfschutz ist eine Infektion mit abgeschwächten Erregern nicht möglich.

Die Impfung gibt es schon sehr lange, sie ist sehr, sehr gut verträglich und wird meist in Kombination mit Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten verabreicht. Also, der Appell ist: Einfach mal checken, ob da alle up to date sind.

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