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Tipp vom Doc

Haarige Probleme in der Kinderarztpraxis

Jede und jeder möchte gern die Haare schön haben. Und das Thema ist bei Weitem nicht nur eines für den Friseursalon - sondern eben auch für die Kinderarztpraxis. Es gibt diverse Haarprobleme bei Kindern und Jugendlichen. Ein Schnelldurchlauf:

  1. Haarausfall: Mit Abstand am häufigsten kommt es vor, dass Jugendliche zu uns kommen und sagen, dass sie so viele Haare verlieren und zum Teil ganze Büschel in der Bürste sind. Dann gilt es erstmal zu erklären, dass es ganz normal ist, bis zu 100 Haare pro Tag zu verlieren. Und mehr ist es bei den meisten auch tatsächlich nicht. Deshalb gilt: Wenn sonst alles okay ist und man auch okay aussieht, also keine Löcher in der Frisur sieht, kann man entspannt bleiben. Dass mal mehr und mal weniger Haare ausfallen, ist ein ganz normaler Prozess. Deshalb lohnt es sich meiner Erfahrung nach auch nicht, nach einem Mangel im Blut zu suchen oder irgendwelche teuren Präparate zu nehmen, denn die Schwankungen sind ein normaler Vorgang. Da muss man die Jugendlichen mal beraten und dann ist es meist zum Glück auch schon gut.

  2. Pilz: Schwieriger ist es, wenn sich auf dem Kopf zum Beispiel ein Pilz gebildet hat. Das merkt man meistens daran, dass die Kopfhaut rot wird, juckt und oft auch ein bisschen schuppig ist. In diesem Areal können dann auch die Haare ausgehen und das sollte man auf jeden Fall ärztlich anschauen lassen.

  3. Alopecia areata: Das mit Abstand problematischste Haarproblem ist die sogenannte Alopecia areata, also der kreisrunde Haarausfall. Die Kopfhaut sieht dabei relativ normal aus, aber trotzdem beginnen die Haare in großen Kreisen auszufallen und es entstehen kahle Stellen. Das kann so weit gehen, dass der komplette Schädel kahl wird. Das ist eine sehr blöde und sehr belastende Geschichte für Kinder und Jugendliche, wie man sich vorstellen kann. Die gute Nachricht: Bei gut einem Drittel ist der Spuk nach rund einem Jahr vorbei. Die schlechte Nachricht: Man kann relativ wenig dagegen machen. Es gibt wenig gescheite Medikamente. Man macht in diesem Fall immer viel Diagnostik, aber meistens gibt es keinen wirklichen Auslöser. Im schlimmsten Fall müssen Kinder und Jugendliche sogar lernen, dass der Haarwuchs auch nicht mehr richtig wieder kommt. Zum Glück ist das aber selten.

  4. Haare ausreißen: Es gibt auch das Phänomen, dass Kinder sich die Haare selbst rausreißen. Das ist dann eher im Bereich einer psychischen Entwicklungsstörung zu sehen. Und wenn das bei Ihrem Kind vermehrt auftreten sollte, dann wäre es wichtig mit der Kinderarztpraxis Kontakt aufzunehmen.

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