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Tipp vom Doc

Wenn mal wieder so richtig der Wurm drin ist

Heute wieder einmal etwas aus der Ekelkiste. Es geht um Würmer. Das ist tatsächlich eine sehr, sehr häufige Geschichte bei kleinen Kindern - und löst oft sehr viel Ekel bei den betroffenen Kindern und deren Familien aus, obgleich das Ganze medizinisch betrachtet eine ziemlich harmlose Geschichte ist.

Mir hat einmal ein sehr naturkundlich arbeitender Kollege gesagt, dass er den Eltern immer sagt: Würmer gehen nur in den Darm von ganz gesunden Kindern. Das heißt: Der Wurmbefall ist sozusagen ein Ritterschlag für die gesunde Darmflora des Kindes. Das einmal als positiver Aspekt zum Einstieg.

Aber wie bemerke ich eigentlich, dass mein Kind Würmer hat? Das klassische Symptom ist, dass das Kind über einen Juckreiz am Po klagt. Oft beim Einschlafen oder in der Nacht, wenn es unter der Decke warm ist. Bei Mädchen kann dieses Jucken auch im Scheidenbereich auftreten. Die Kinder haben teilweise zudem Bauchschmerzen, manchmal weniger Appetit und sind vielleicht auch übelaunig, also einfach nicht gut drauf.

Und wie stelle ich zweifelsfrei fest, dass mein Kind Würmer hat? Die beste Methode ist immer noch, den Stuhlgang des Kindes richtig genau in Augenschein zu nehmen. Richtig genau bedeutet: Ich muss die Wurst mit der Plastikgabel so richtig durchschauen und dann sehe ich im Normalfall kleine weiße Fäden, die sich da bewegen. Dann haben wir den lebenden Beweis, dass das Kind mit Würmern befallen ist.

Würmer werden von Mensch zu Mensch übertragen, genau genommen die Eier der Würmer. Die Kinder haben diese, wenn sie sich am Po kratzen, unter den Fingernägeln und verteilen diese dann weiter direkt an andere Kinder oder lassen sie zum Beispiel an Türklinken zurück usw. Der Befall kann darüber hinaus über ungewaschenes Obst oder Gemüse erfolgen.

Wenn die Würmer nachgewiesen sind, dann braucht es eine gute, konsequente Behandlung. Dazu gibt es Wurmmittel, die man den Kindern einmal gibt - und dann (ganz wichtig!) die Gabe nach zwei Wochen wiederholt. Kleinere Familienmitglieder würde ich in der Regel immer mitbehandeln, bei Erwachsenen kann man sich darüber streiten, ob man sie zwingend mitbehandeln sollte oder nur, wenn sie das Gefühl haben, auch von Würmern befallen zu sein.

Das Ganze ist keine meldepflichtige Erkrankung, die Kinder dürfen trotzdem in den Kindergarten oder in die Schule gehen. Die meisten Einrichtungen schätzen es jedoch sehr, wenn man die Leitung darüber informiert.

Also kurz zusammengefasst: Viel Ekel - wenig medizinisches Problem. In Klammern: Ritterschlag für das gesunde Darmflora-System.

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